21. Mai 1998 - Zehnter Bericht aus den USA (Woche 12)

Bögen und Monumente
 
Von Moab aus, wo wir für drei Nächte auf einem privaten Campground logierten, besuchten wir den Arches Nationalpark, der vor allem für seine Steinbögen bekannt ist.  

Der wohl meistphotographierte Bogen ist der Delicate Arch, zu dem man rund eine Stunde bergauf wandern muss, bevor man ihn in seiner ganzen Pracht zu Gesicht bekommt. (Inklusive starkem Wind - wiedereinmal....) 

Ein weiterer berühmter Bogen ist der Landscape Arch (siehe unten), mit einer Spannweite von über 90 m der längste weltweit. Geologisch gesehen ist er ein alter Bogen und kann bald, d.h. innerhalb der nächsten 100 Jahre, zusammenfallen. Vor etwa 2 Jahren ist bereits ein Stück herausgebrochen, sodass man nicht mehr untendurch wandern darf und melden muss, falls man verdächtige Geräusche hören sollte. 

Nebst den Bögen gibt’s auch noch weitere Gesteinsformationen wie z.B. der "balanced rock" oder der "ham rock" (Schinkenfelsen) in der Form einer Schinkenkeule. 

 
 
Landscape Arch im Gegenlicht - von Vorne - von Hinten
 
Am folgenden Tag stand eine halbtägige River-Raft-Tour auf dem Colorado (wo denn sonst!) auf dem Programm: Ich (Ursi) hatte mir die Sache ehrlich gesagt etwas gefährlicher, dafür weniger nass vorgestellt: Die "rapids", die wir durchquerten, kamen in so eleganten Abständen, dass man gerade wieder trocken war bevor der nächste kam. Mit uns auf dem Boot waren nebst einer USA-Kundin drei angehende "guides" in Ausbildung, sowie der eigentliche Führer, welcher auf diverse Sachen in der Umgebung hinwies, wie Stellen, wo John Wayne Filme drehte oder auf das grösste versteinerte Krokodil auf der Welt.....(diese Bergkette sah tatsächlich so aus!)
 
Balanced Rock - Arches Needles - Canyonland
 
Unsere Reise ging am folgenden Tag weiter nach Süden, in den Canyonlands Nationalpark: Auch dort gibt’s interessante Gesteinsformationen und sehr schöne Ausblicke, speziell zu erwähnen sind die "needles" (Nadeln), die in der Nähe des Campingplatzes, auf welchem wir morgens um 11 Uhr den zweitletzten Platz ergattert hatten, in grösseren Mengen vorkommen und von Dani umwandert und photographiert wurden (Ursi chauffierte das Auto auf der "gravel road" (Kiesstrasse - holprig) vom Wanderwegbeginn wieder zum Zeltplatz zurück)

Am Abend hörten wir uns zum zweiten Mal einen Ranger-Vortrag (diesmal am Lagerfeuer) an; das Thema waren die Bewohner der Gegend in den verschiedenen Zeitepochen: Indianer, Colorado-Forscher, Cowboys, Uran-Sucher, Touristen. Es war ein interessanter Abend - und wir erfuhren auch, weshalb es vor dem Restaurant, das wir am Abend vorher oberhalb von Moab (Sunset Grill, weils das einzige Gebäude am Hang ist und der Sonnenuntergang tatsächlich schön aussieht von dort) besucht hatten, einen mit Kies aufgefüllten Swimmingpool hatte - das Sprungbrett war noch montiert: Dieses Gebäude war in den 50er-Jahren die Villa eines der erfolgreichsten Uran-Miners, der im Gegensatz zu vielen Anderen, Millionen damit gemacht hatte. Die USA hatten nach dem 2. Weltkrieg die Uran-Suche forciert und deshalb in diverse Gebiete diverse Strassen gebaut, so auch in den heutigen Canyonlands Nationalpark.
 
Der nächste Höhepunkt wartete viele Meilen weiter südlich auf uns: Das Monument Valley, welches innerhalb des Navajo-Indianer-Reservates liegt und auch von den Indianern verwaltet wird. Wanderungen und spezielle Touren darf man nur mit Führern machen, hingegen gibt es eine Route, die von allen mehr oder weniger geländefähigen Autos befahren werden darf und an diversen "monuments" vorbeiführt - auch unser Auto meisterte einen Teil davon (schüttel, schüttel). Die beste Aussicht hatten wir aber vom Zeltplatz aus, der direkt oberhalt des Haupttales liegt.  

In der Dusche hatte Ursi eine Schweizerin getroffen (so läufts halt amigs!), und wir luden das Ehepaar zu Kaffee und cookies ein. Es stellte sich heraus, dass die beiden aus der Nähe von Winterthur sind, 8 Kinder haben, aus Anlass des 25. Ehejubiläums unterwegs sind, engagierte Christen sind und der Mann als Architekt arbeitet (natürlich haben wir von unserem Wohnungsbau und ponte erzählt!) - genügend interessanter Gesprächsstoff bis Mitternacht..... 
 

 
Am Morgen kroch Dani für den Sonnenaufgang aus dem Zelt - und nachher wieder hinein....
 
 
Im Moment sind wir gerade in Flagstaff (Arizona), etwas südlich vom Monument Valley, wo unsere erste Reiseetappe, die South-West-Nationalpark-Tour, beendet ist. Hier hausen wir in einem Motel, damit diese Berichte aufs Web geladen werden können! Dani wollte eigentlich hier gleitschirmlen, aber der starke Wind, der seit Wochen bläst, macht ihm (und anderen auch) einen Strich durch die Rechnung.

Heute haben wir dafür zwei nahegelegene Attraktionen besucht: Zuerst den Meteor Crater, gemäss Angaben der erstbewiesene und besterhaltenste (!) Metoriten-Krater auf der Welt - Grösse 1300m Durchmesser, 150 m Tiefe . Vor 50'000 Jahren ist hier offensichtlich ein riesiger Meteorit eingeschlagen, und durch die Wucht des Aufpralles schmolz/verdampfte er grösstenteils selber, und andrerseits faltete er die Gesteinsschichten rückwärts (wie ein Leintuch), sodass am Kraterrand die ältesten Schichten zuoberst liegen. Diese und andere Tatsachen veranlassten die NASA, die Apollo-Astronauten dort tranieren zu lassen, wie man Meteor-Krater (auf dem Mond) untersucht.

Anfangs Jahrhundert, nachdem klar wurde, dass der Krater kein erloschener Vulkan ist, suchte ein Typ während 26 Jahren (!) den Meteoriten, den er tief im Boden vermutete und von dessen Material er sich Reichtum erhoffte.
 
Der zweite Besuch galt dem Walut Canyon, in dessen Wänden diverse Felswohnungen von Indianern aus der Zeit um 1200 zu besichtigen sind.

Die Aufenthalte in grösseren Ortschaften nutzen wir aber jeweils auch für ganz profane Dinge: Wäsche waschen, wieder einmal ganz genüsslich in einem grossen Bett ausschlafen oder Lädele!

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