Nebst Schulbesuch, Hausaufgaben, Schulweg und Essenszeiten bleibt uns immer noch genügend freie Zeit, hier in San Diego oder Umgebung Dinge zu erkunden.
Am letzten Samstag bestiegen wir einen nicht allzu riesigen Fischkutter für einen Whale-Watching Trip. Wir sahen insgesamt genau einen Wal, dafür folgten wir für längere Zeit einem riesigen Flugzeugträger, sahen eine grosse Gruppe Delphine und einige Seehunde. Und es wurde uns beiden ziemlich übel, da die Wellen gegenüber der Schiffsgrösse relativ gross waren und das Schiff dementsprechend schwankte......die Mageninhalte konnten wir zum Glück behalten!
Am Abend besuchten wir zum Ausgleich das Kino und sahen TITANIC........
Am Sonntag gingen wir zum Gottesdienst in eine grosse Methodistenkirche. Der Gottesdienst war sehr beeindruckend und die Predigt sowohl leicht verständlich als auch spannend und gut. In dieser Kirche gibt es jeden Sonntag drei Gottesdienste, um 8, 9.30 und 11 Uhr, und jedesmal singt der Chor mit ca. 50 Personen, es hat 3 PfarrerInnen oder ähnlich (auf jeden Fall trugen sie die gleichen Talare) und noch weitere MitarbeiterInnen wie Lektoren, Begrüssungsteam usw. - nicht zu vergleichen mit einem reformierten Gottesdienst, der normalerweise von PfarrerIn, OrganistIn und SigristIn bestritten wird........
Speziell war für uns, dass alle Chormitglieder und der Organist einen weissen "Talar" trugen. Beeindruckt hat uns das modern und originell gebaute Kirchengebäude - v.a. das riesige Chor-Fenster aus dem man auf einen idyllischen Hang mit diversen (auch Oliven?-) Bäumen sieht!
Da die Söhne des Hauses natürlich Baseball spielen,
besuchten wir ein Spiel des jüngsten - Jesse. Das Spiel ist ja ein
komplizierte Form unseres Schlag- / Brennballes und ist für die Spieler
am ehesten mit Wait and Rush (Warten und pressieren) zusammenzufassen.
Gecoacht werden die boys natürlich von einem stolzen Vater... Die
ganze Sache erinnert nebenbei auch ein wenig an ein Quartierfest und ist
ganz unterhaltsam.
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Am Sonntagabend waren wiederum Larrys Eltern und sein ältester Sohn hier, und wir schauten zusammen traditionsgemäss "60 minutes"; eine sehr beliebte Interviewsendung zu aktuellen Themen. Diesmal war die neue "Story" über Präsident Clinton Hauptthema.
Die Geschichte mit Präsident Clinton wird langsam peinlich: in einem halbstündigen Interview in dieser von vielen Amerikanern gesehenen Sendung, erklärte (schon wieder) eine Frau, dass sie 1993 von Clinton in seinen Arbeitsräumen unsittlich umarmt und geküsst wurde. Irgendwie erscheint es mir ziemlich peinlich, diese Details über den Präsidenten so ausführlich auszubreiten und ich würde mich als Amerikaner eher schämen über diese Geschichte. Allerdings stellt sich schon die Frage, welche Wirkung dieses Verhalten - immer unter der Voraussetzung, dass die Vorwürfe stimmen - auf die Gesellschaft hat. Dabei darf nicht vergessen werden, dass der Präsident nicht zuletzt auch eine moralische Instanz darstellt. Viele Amerikaner sind jedoch nicht so sehr "upset" (aufgebracht) durch die dem Präsidenten vorgeworfenen Handlungen, sonder durch die Tatsache, dass er bzw. seine Mitarbeiter versucht haben, gewisse Dinge zu verwischen oder Leute zu beinflussen.
Für die Mutter unseres Gastgebers, einer eingefleischten
Republikanerin, bestätigen diese Geschichten natürlich ihre negative
Meinung über den Präsidenten. Allerdings betont sie, dass sie
das gleiche Urteil über einen Republikaner fällen würde.
Andere, wie z.B. unsere Lehrerin - Studentin in unserem Alter - ist eher.
gelangweilt und angeekelt über diese Geschichte und hat keine Zeit
um sich darüber lange aufzuhalten.
An dieser Stelle noch ein kleines Muster über politische
Meinungen: Umweltschutz beschränkt sich v.a. auf die Frage des SMOGs.
Und da San Diego in der glücklichen Lage ist, fast immer einen Westwind
zu haben, welche die Luftverschmutzung ins Landesinnere trägt, ist
von SMOG auch nicht viel zu sehen. So what ? (Also was soll’s?). Und der
Zusammenhang zwischen dem extremen Wetterphänomen "El Ninjo" und der
globalen Erwärmung durch CO2 wird als nicht bewiesen abgetan.
Gestern besuchte ich (Ursi) mit Kim einen Frauen-Würfelspiel-Abend, der mehr einen kommunikativ-sozialen Hintergrund hat, als dass das Würfeln um Dollars im Zentrum stehen würde..... trotzdem sei hier erwähnt, dass ich 5 Dollars eingeschossen und 12 gewonnen habe! Es war interessant, eine weiteres Haus von innen zu sehen und diverse amerikanische Familienfrauen kennenzulernen! Sie treffen sich jeden Monat für dieses Spiel und zwar abwechslungsweise bei jemandem zu Hause. Das Spiel heisst BANCO - Spielregeln gebe ich jederzeit gerne weiter!
Seit letzter Woche besitzen wir ein Cellphone (Natel),
mit welchem wir auch ohne installierte Telefonleitung E-mails versenden
und empfangen können. Nach mehreren Anläufen klappte die Sache
schliesslich. Die schwierigste Sache war, als Nicht-USA-Einwohner überhaupt
einen Vertrag abschliessen zu können, da wir keine "social security"
oder "drivers license" Nummer haben. Wir mussten eine Depot von $ 1000
bezahlen und dachten, die Sache würde nun klappen. Drei Tage später
war die Leitung jedoch tot, und die zuständige Person fand heraus,
dass man uns abgestellt hatte, weil wir keine der obengenannten Nummern
haben und unter der angegebenen Telefonnummer (hier bei der Gastfamilie)
nicht unser Name genannt wird..........
Die Verantwortliche war ziemlich wütend mit ihrer
eigenen Firma und brachte alles wieder in Ordnung!
Am Mittwoch war es nun soweit, mein erster Gleitschirmflug
in Amerika! Fast mitten in der Stadt, befindet sich eine Startwiese oberhalb
von Klippen über dem Strand. Ja richtig gehört, Klippen! Allerdings
halb so wild, da man zuerst genügend Zeit fürs aufziehen hat
und dann immer noch einige Meter für einen Abbruch verbeiben. Der
Wind ist regelmässig und laminar, sodass friedliches Soaren möglich
ist. Allerdings muss mit einer Pfeife angezeigt werden, man das Startfenster
befliegt, da sich dort nebst andern Gleitschirmlern auch Deltas und Modellflugzeuge
tummeln. Die Landung erfolgt natürlich wieder am Startplatz, wobei
mein heutiges Toplanding noch nicht so berühmt war... Übrigens,
die Frau des "Startplatzbesitzers" ist eine Zürcherin aber seit 20
Jahren in den Staaten.
Heute Donnerstag konnten wir unseren neuen Drachen ausprobieren.
Durch die regelmässige Meeresbrise eignen sich hier die Strände
sehr gut zum "drächele", man kann sich auf die Feinheiten eines Lenkdrachens
konzentrieren! And that's fun!