8. Mai 1998 - Siebter Bericht aus den USA (Woche 9)

Joshua Tree, Grand Canyon und Co.

Zum ersten Mal melden wir uns nun "von unterwegs" - genauer aus der "crazy town" Las Vegas! Doch dazu später mehr. Vieles haben wir gesehen seit unserer Abreise von San Diego:

Am Freitagabend vor der Abreise aus San Diego gab es zu unseren Ehren ein Festessen, die Grosseltern kamen extra nochmals zu Besuch und wir bekamen erst noch ein Abschiedsgeschenk! Die Palmers schätzen uns sehr - und Janelle, die kleinste Tochter, sagte am Samstagmorgen zweimal zu uns, dass Kim (die Mutter) uns sehr vermissen werde und sicher weinen müsse beim Abschied!

Als erstes fuhren wir noch zum Meer in La Jolla (nördlicher Teil von San Diego, am Meer), und zwar an einen speziellen Ort, wo es haufenweise "seals" gibt, sowie einen kleinen "seelion". Es war eindrücklich, die vielen Tiere einfach so am Strand bei ihrem Mittagsschlaf liegen zu sehen!
 
Danach gings ab Richtung Osten, die erste Nacht in unserem neuen, grossen Zelt verbrachten wir in einem State-Park nicht allzu weit weg von San Diego. Am nächsten Morgen mussten wir das Zelt (bis jetzt zum ersten und einzigen Mal!) nass einpacken.

Unser nächstes Ziel war der "Joshua Tree Nationalpark", eine Wüstenlandschaft mit vielen grossen Steinblöcken und natürlich mit vielen Joshua Trees, eine spezielle Art von Yuka, die nur dort in solch riesigen Mengen vorkommt. Der Name kommt von durchziehenden Mormonen (wie vieles hier in der Gegend!), welche durch die gegen den Himmel gerichteten Äste an den Propheten Josua erinnert wurden, der ihnen den Weg zum Garten Eden zu weisen schien. (Bei der Wanderung in der Wüstenhitze ein willkommenes Zeichen....)
 
 
 Joshua - Tree
 
Wir übernachteten zweimal auf einem wunderschönen Zeltplatz mitten im Park (kein Wasser, Plumps-Klos), der zwischen grossen Steinen idyllisch angelegt ist.
Nebst anderen, kleineren Aktivitäten bestiegen wir den "Ryan Mountain" (1h Aufstieg bei Wüstentemperaturen....), von wo wir die umliegende Gegend überblicken konnten.
 
Im Joshua-Tree-Nationalpark fanden wir den bisher schönsten Zeltplatz !
Weiter ging die Reise nach Bullhead City (Arizona) , wo wir auf einem Zeltplatz gleich unterhalt des Davis-Dammes übernachteten, direkt am Colorado. Dieser Fluss ist ja auf seiner ganzen Länge x-fach gestaut und versorgt die umliegenden Gegenden mit Strom und Wasser. 
 
Unterwegs zwischen Californien und Arizona
 
Ein anderes "Gesicht" des Colorado sahen wir am nächsten Tag im Grand Canyon. Vor lauter "richtigem" Photographieren und Staunen vergassen wir, ein digitales Bild davon zu machen..... diese Bilder haben wir deshalb aus der Grand Canyon Internet-Seite heruntergeladen....

Wir wagten uns in den Canyon hinab (auf dem etwas weniger steilen Bright Angel Trail), aber nicht ganz bis zum Fluss, dafür auf einen wunderschönen Ausblickspunkt (Plateau Point). Es war bereits ziemlich warm - alles in allem dauerte unsere Tour 6,5 Stunden (ohne Pausen gerechnet). In der Nationalparkzeitung wird diese Tour als "äussertes Maximum" für eine Tageswanderung angegeben....und wir waren ehrlich gesagt froh, nicht 1400 sondern "nur" 1000 Höhenmeter bezwingen zu müssen.
 
 
Auf dem Zeltplatz lernten wir ein anderes CH-Päärli aus Teufen AR resp. Herisau kennen! Wies' so geht - man beginnt zu plaudern und schon ist der Abend vorbei...!

Der nächste Halt auf unserer Reise hiess Page: Dieser Ort liegt am Lake Powell, erneut ein gestauter Colorado-See - und zwar ein riesiger! Wir fanden einen öffentlichen Zeltplatz nahe dem See, und ebenso nahe dem Motel mit Swimming- und Whirl-Pool, welche inoffiziell (d.h. wenn man fragt) auch von den Campern benützt werden dürfen. Nicht schlecht bei einem Preis von 10$ pro Nacht!!

Hauptattraktion für uns war der sogenannte Corkscrew- oder Antilope-Canyon, welchen wir um die Mittagszeit, d.h. bei bestem Foto-Licht mit einer organisierten Tour (Vehikel siehe unten!) besuchten. Der Führer, selber ein Photograph, war ganz beeindruckt von der digitalen Kamera (die uns übrigens Papi Eugen für unsere Reise ausgeliehen hat - vielen Dank!), mit der ich (Ursi) herumpröbelte, während Dani mit einem ausgeliehenen Stativ mehr profimässig photographierte.

Seit ein paar Jahren darf dieser Canyon nur noch organisiert begangen werden, da bei einer Flut 11 Personen ums Leben gekommen sind, welche die flutartigen Regengüsse in solchen ansonsten trockenen Tälern unterschätzt hatten.
 
 
 
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