8. Mai 1997 - Achter Bericht aus den USA (Woche 10)

Von Zion nach Las Vegas

Nach Page ging die Reise weiter Richtung Zion Nationalpark. Erneut ein Ort, wo die Mormonen vieles mit Namen beschert hatten (aber nicht nur, auch Methodisten waren am Werk!): Diese Gegend mit den farbigen Felsen, frischen Bächen und grünen Bäumen muss ihnen wie im Himmel vorgekommen sein - deshalb Zion (anderer Name für Jerusalem, hier für das neue, himmlische Jerusalem gemeint). Bergnamen wie "Angels Landing" (Engelslandung), "White Throne" (weisser Thron), "Wall of Jericho" (Mauer von Jericho) sowie Isaak, Abraham und Jakob gehören hier einfach dazu!
 
 
Wir bestiegen den "Angels Landing", um welchen der Fluss eine Kurve macht, sodass die Aussicht genial ist. Diese 3,5 stündige Tour gipfelt in einem Schlussaufstieg mit Sturzpotential (schmale Kante, steil), deshalb hat es montierte Ketten (sodass auch Turnschuh-Amis heraufkönnen.....). Wir waren aber ehrlich gesagt froh um die Ketten, es geht wirklich steil hinab....

Die Zeltplätze in den Nationalpärken haben uns bis jetzt gut gefallen - auch im Zion. Am Abend besuchten wir im Freiluft-Auditorium einen Ranger-Vortrag über "Birding" (Vogelbeobachtung), ein bisschen Bildung schadet nichts...
 
 
 
Wir werden den Zion NP von einer anderen Seite später nochmals bewandern - dort gibt es einen der grössten freistehenden Felsbögen der Welt. (Welcher der grösste ist, ist offensichtlich noch nicht klar - einer der Bögen im Arches NP liegt auch noch im Rennen!)

Unsere Fahrt ging durch einsames, weil geschütztes Wüstengebiet, entlang eines (wie könnte es anders sein!) Colorado-Stausees (Lake Mead). An diesem See übernachteten wir auch, und selbstverständlich besichtigten wir den Hoover-Dam, welcher diesen See hält.
 
 
Am nächsten Tag hatten wir uns für einen Kanu Trip auf dem Colorado durch den Black Canyon (unterhalb des Hoover-Dammes) angemeldet - ein 11 Meilen-Trip, für den es nicht nur ein Kanu, sondern auch noch ein "permit" braucht, da nur 30 Kanus pro Tag ins Wasser gelassen werden dürfen. Daneben fräsen aber grosse Raftboote und Jet-Skis herum (Wassertöff), die, weil sie von unten kommen, keine Bewilligung brauchen...Der Lärm ist aber enorm und wir fanden, man würde besser 100 Kanus dafür keine Lärm-Mobile in den Canyon lassen......

Aufgrund des Gegenwindes mussten wir auf einem grösseren Teil der Strecke paddeln, erst am Schluss konnten wir uns treiben lassen. Trotzdem liessen wir es uns nicht nehmen, ein Wüsten-Tääli (dort sahen und hörten wir beide zum ersten Mal eine "rattelsnake" (Klapperschlange)....sie klapperte weil wir relativ nahe waren....) sowie die Hot Springs zu erkunden: Der Bachlauf wird gegen oben immer wärmer, und es hat einen gestauten "Warm-Pool" sowie einen natürlichen "Heiss-Pool", welcher mit einer Leiter erreicht werden kann. Da man uns aber eingeschärft hatte, wir müssten wegen des Windes vor allem paddeln und hätten keine Zeit für "Ausflüge", lag nur ein Kurz-Bädli drin.

Am Abend fuhren wir nach Las Vegas hinein (ca. 30 Meilen) und fanden ein Motel direkt hinter dem "Strip" (Casino/Hotel-Strasse von Las Vegas mit all den verrückten Bauten und Attraktionen, um die Kunden zum Spielen ins eigene Hotel zu locken....).

Endlich wieder einmal in einer etwas grösseren Dusche duschen und ohne Münzautomat....daneben war Kleider-Waschen und Auto-Service angesagt sowie Internet (mit stabilerer und schnelleren Verbindung als mit dem Natel, welches aber für die E-Mails super funktioniert!) laden (und ein kleines bisschen surfen.....).
 
 
 
  

  

  

  

  

 Las Vegas by night !  
(Dank WWW kann man sich auch mit fremden Federn bzw. Bildern schmücken!) 

Natürlich versuchten wir uns auch im "gambling" (Glücksspiel am Automat), welches hier von Personen allen Alters und Aussehens zuhauf praktiziert wird: Es gibt Maschinen, die mit kleinen Münzen (sprich 5 cents, genannt Nickels) funktionieren, und mit etwas Glück dauert das Spiel nicht nur 2 Minuten........unser Rekord lag bei 150 Nickels Gewinn, welche aber natürlich gleich wieder verspielt wurden....insgesamt verspielten wir zusammen knapp 20 $ in zwei Abenden und erlebten am eigenen Leibe, dass Glücksspiele eine dreckige Sache sind: Man bekommt ganz schwarze Hände vom Münzen hineinwerfen.....!!
 
Flamingo Hilton Vulkanausbruch (alle 15min) beim Mirage
 
In den Casinos gibt es nebst den "normalen" Restaurants auch noch Buffets, wo man zu einem tiefen Pauschalpreis "zuschlagen" kann - qualitativ nicht grandios, aber auch nicht schlecht. So lockt man die Leute ins Casino, wenn die Licht- und Technik-Spielereien (wie Vulkanausbruch oder Piratenschlacht) resp. die Shows/Konzerte nichts nützen......a propos Shows: wir besuchten eine mit gedoubelten "Altstars" (legends in concert) wie Elvis, Prince, Richie Valens, Cher, usw.. Auch wenn es nicht die Orignial-SängerInnen waren: die Gesangs- und Showqualität war wirklich gut und offensichtlich auch für ganze Hochzeitsgesellschaften gut genug: eine andere Seite von Las Vegas, die Heiraterei dank der speziellen Gesetzgebung hier in Nevada!
 
  
Buffet im "Flamingo"
Dani beim "gambling"   legends in concert - Elvis
In Las Vegas kann man aber auch spüren, dass es eigentlich mitten in der Wüste liegt: In der Alpamare-ähnlichen Freiluftanlage "wild'n wet" mit vielen Wasserrutschen, Wellenbad und Rundflüssen holten wir uns innert 30 Minuten einen tüchtigen Sonnenbrand, trotz Sonnencreme nach 15 Minuten.......

Am Abend durften dann natürliche die "Las Vegas by night"-Fotos nicht fehlen - Sujets gibt’s ja genug!

Alles in allem ist es aber verrückt, die ganze Maschinerie rund um diese Geldspiele zu sehen (sprich diese ganze Stadt) - aber es rentiert offensichtlich. Crazy town! Wir sind froh, nach 2 Tagen wieder in die "Ruhe" abreisen zu können, aber wenn alle so wären wie wir (sprich Touristen, die die Stadt gesehen haben müssen, aber nicht eigentlich zum Spielen gekommen sind) würde es diese Stadt nicht geben... . Selbstverständlich kann man auch seinen Lohn vorverpfänden und verspielen; Geldautomaten sind omnipräsent und auch Banken hats diverse.....

Beschäftigt hat uns die ganze Vordergründigkeit, sprich alle "Tricks" und Bauten, die den einzigen Zweck haben, den Leuten das Geld aus der Tasche zu reissen. "Alte" Casinos werden abgerissen und neuer und grösser und verrückter wieder aufgebaut: Am Strip sind gerade etwa 4 riesige Kästen im Bau/Umbau!

Das war's für heute - game over!
 

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