21. Mai 1998 - Neunter Bericht aus den USA (Woche 11)
 
Death Valley, Bryce Canyon und tote Pferde

Nach unserer Abreise von Las Vegas fuhren wir auf einem mehrheitlich geraden Highway Richtung "Death Valley", also nochmals kurz zurück in unseren Start-Staat (schliesslich hat unser Auto eine kalifornische Nummer....)

Dieses Wüstental ist enorm trocken und heiss; die Talsohle liegt mehrheitlich unter dem Meeresspiegel. Deshalb gibt es diverse Stellen mit Salzablagerungen; daneben aber auch wunderschöne Gesteinsformationen und -farben. Die Hauptsaison war bereits Ende April vorbei - es gibt Auto-Verleihfirmen, die die Fahrt ins Death Valley ab Mai verbieten. Unser Vehikel meisterte die Strecken aber bravourös - hingegen litt es aus einem anderen Grund: Der Wind war am frühen Abend, als wir ankamen, so enorm stark, dass er Dani bei einem Fotohalt die Tür aus der Hand riss und dies so stark, dass die Türangeln verbogen und der Kotflügel am Rand "angeknackst" wurde. Wir konnten die Tür zwar wieder schliessen (würg), aber nachher nicht mehr öffnen.......

Weil der Wind so fest blies, stellten wir nicht unser "grosses", sondern unser mitgebrachtes kleines Zelt auf (bessere Qualität, kleinere Angriffsfläche), in dem Dani schlief, während Ursi im Auto übernachtete. Ein CH-Päärli (welches wir im Bryce Canyon dann wieder trafen) schlief in der Nacht kaum, vor lauter Lärm und Angst, es würde ihr (ebenfalls relativ kleines) Zelt wegwinden...
 
In natura farbige Felsformationen Des Teufels Golfplatz ... Die hügelige Salzkruste auf dem Grund des ehemaligen Sees
 
Am Morgen fuhren wir dann auf zwei Aussichtspunkte (der eine ist der Zabriskie-Point - es gibt einen gleichnamigen Film). Von dort oben konnte man nochmals alles überblicken - auch wenns ein bisschen spät für den Sonnenaufgang war (wir schlafen gerne "lange", meistens stehen wir zwischen 7 und 8 auf - und nicht schon um 5.....).
 
Die Weiterfahrt führte uns erneut an Las Vegas vorbei (diesmal am Rande, vorbei an neu aufgestellten Einfamilienhausquartieren) - und wir liessen und in einem herzigen State Park nahe bei St. George (Utah) nieder, da wir am nächsten Tag das Auto dort in die Reparatur brachten. Am Montagmorgen fanden wir dann auch einen "body shop" (amerikanisch für Karosserie-Werkstatt!), wo die Angeln und das Blech wieder zurechtgebogen und etwas Farbe darübergemalt wurde - total 45$! Wir übernachteten nochmals in der Nähe, auf einem anderen kleinen Campground etwas abseits der grossen Strasse. 

 

Ab 90'000 - 130'000 $ zu haben!  
Unser nächster Stop war der nördliche Teil des Zion Nationalparkes, wo wir ursprünglich zum grossen Kolob Arch wandern wollten. Da das Wetter aber unstabil war, rieten die Rangers davon ab, und stattdessen nahmen wir einen kürzeren Weg zu einem "Cove" unter die Füsse, welcher entlang eines Baches verlief - man musste den Bach entweder insgesamt mehr als 30 mal überqueren (so geschehen beim Hinweg) resp. gerade im Bachbeet laufen, (auf Steinen oder Kies- und Sandbänken; dies beim Rückweg - weils viel schneller geht....).
 
Danach kam der Bryce Canyon Nationalpark an die Reihe: Dieser liegt auf etwa 2700 m.ü.M. - dies merkten wir nicht nur anhand des Windes und der Temperatur, sondern auch am Schnee, der in der ersten Nacht fiel (wir übernachteten im Zelt - zum Glück haben wir gute Unterlagen (unsere mitgebrachten Therma-Rest-Mätteli, darüber die Camper-Kissen), warme Schlafsäcke (unsere "guten" von zu Hause) und erst noch einen Decken-Schlafsack (in den USA gekauft), den wir normalerweise als weitere Unterlagen benützen, in sehr kalten Nächten aber als weitere Wärmedämmung über uns ziehen müssen!). Auf dem Weg in den Bryce fuhren wir über einen Pass auf 9900 feet Höhe, was ziemlich genau 3000 m entspricht. Da die Baumgrenze viel höher ist als in den Alpen merkt man dies jedoch kaum! Dort oben lag (zum Glück nur neben der Strasse) teilweise noch recht viel Schnee.
 
 
Der Bryce Canyon beeindruckt durch seine vielen "hodoos" (Steinsäulen), die zwar schon von oben eindrücklich aussehen, aber insbesondere aus der Nähe, d.h. von unten, faszinieren. Zum Glück ist der Abstieg nicht so weit wie derjenige in den Grand Canyon.....dafür blies der Wind, und zwar so fest, dass Dani seinen Hut etwas weiter unten wieder einsammeln musste....

In der zweiten Nacht war es dann sternenklar - und noch kälter... gegenüber den anderen "Zeltlern" auf den Campingplätzen fühlen wir uns sehr privilegiert, da wir unser Auto als kleinen Wohn-, Koch- und Essraum benützen können - so richtig gemütlich! (Natürlich gibt’s auch noch diejenigen mit den grossen Wohnmobilen, Pick-up-Campern, Wohnwagen usw. in meist USA-gemässen Monstergrössen mit angekoppeltem normalem Auto.....aber wir zählen uns weniger zu denen!)

Hier sind noch ein paar Fotos von unserem "Monster", das uns inzwischen sehr ans Herz gewachsen ist und in seiner Farbe und Art einzigartig ist - wir haben noch kein gleiches Auto auf der Strasse gesichtet! Es hat Jahrgang 1986 und braucht im Schnitt rund 20 Liter pro 100 km. Wieviele Meilen es schon auf dem Buckel hat, wissen wir nicht, da es keine 100'000-er-Anzeige hat; es können 100'000, 200'000 oder sogar 300'000 sein!
 
 

 

  

 

 

 
 

 
Die Weiterfahrt ging über diverse "scenic drives" nord-ostwärts, in Richtung Arches Nationalpark (der mit den Bögen, siehe nächster Bericht) . Nach 1 1/4 Tagesreisen kamen wir in Moab an, einem Städtchen, welches nicht nur Ausgangspunkt für den Arches und andere Nationalpärke ist, sondern auch diverse Outdoor-Aktivitäten anbietet: Wandern, Riverraften, Mountainbiking, Jeep-Touren (Es gibt nicht nur spezielle Wander- und Bikerwege, sondern spezielle 4WD-Strässchen durch die Umgebung!) und Pferde-Ausritte.

Am ersten Nachmittag/Abend fuhren wir auf den "Dead Horse Point", einen super Aussichtspunkt, auf welchem früher, weil er wie eine Halbinsel geformt ist und nur einen ganz engen Durchgang hat, Pferde ausgesperrt wurden. Anscheinend sind einmal ein paar auf etwas komische Weise gestorben (der Durchgang soll nämlich offen gewesen sein), deshalb der Name!
 
Von dort aus funktionierte erstaunlicherweise auch das Natel, und deshalb hier noch ein Bild davon, wie einfach wir Eure e-mails empfangen können: Ein Laptop mit Verbindungskabel zum Natel - das ist alles! 

 

Nur müssen die beiden Geräte genügend geladen sein......zum Glück gibt’s im Auto einen Zigarettenanzünder /12V-Anschluss, wo abwechslungsweise der Cömpi, das Natel und unsere Camper-Neon-Lampe (zum Lesen draussen) geladen und der CD-Player gespiesen werden (der Sound des CD-Players wird mittels einer speziellen "Kassette" auf das Auto-Kassetten-Radio übertragen).

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