12. Juli 1998 - Fünfzehnter Bericht aus den USA (Woche 19)

 

Lena, Präsidenten und Open Air

 
Hurra, Lena ist da!

Am 7.7.1998 hat Lena Barbara Giger im Spital St.Gallen das Licht der Welt erblickt und ist am 11. Juli nach Teufen AR zu ihren Eltern Barbara und Walter Giger-Hauser gezogen. Gotte Ursi und Onkel Dani freuen sich sehr über ihre Ankunft und darauf, Lena im August zu sehen!
 
Die grosse Neuigkeit haben wir in South Dakota vernommen. Dieser Staat, der für sich selber mit dem Slogan "Great Faces, great Places" wirbt, hat als berühmteste Sehenswürdigkeit Mt. Rushmore zu bieten; die in Stein gehauenen Präsidentenköpfe. Vor kurzen wurde das neue Besucherzentrum rundherum fertiggestellt, welches es erlaubt, täglich Tausende von Touristen "abzufertigen": Grosses Visitor Center mit zwei Video-Kinos, riesiges Restaurant, Snack-Stände, Info-Stände, ein seeeeehr grosser Souvenir-Laden und ein Freiluft-Auditorium.....und nicht zu vergessen ein monströser Parkplatz......
 
Mt. Rushmore ist einer der vielen Berge in den Black Hills, einer schönen Berg- und Waldgegend mit grossen Höhlensystemen im Westen von South Dakota. Wir besichtigten die "Jevel Caves", das weltweit viertgrösste Höhlensystem. Der Name kommt von einer kristallinen Ueberzugsschicht auf den Felswänden, die beim ersten Anblick aussieht wie wertvolle Kristalle. 

Noch vor South Dakota hatten wir in Wyoming das historische "Fort Laramie" besucht: Dieser ehemalige Militärstützpunkt (bis ca. 1910) ist heute ein National Monument, welches sehr gut die Entwicklung und Rolle von solchen Orten zeigt. Nebst Verteidigungsaufgaben (die aber erst später dazu kamen) diente es mitte des letzen Jahrhunderts vor allem als Handelsposten (American Fur Company; Pelzhandel mit Indianern) und als Rast- und Verpflegungsstätte für westwärts ziehende Siedler. Ein paar der Häuser sind original und restauriert - die übrigen wurden als günstige Baumaterialquelle verwendet...!

Fort Laramie hat eine kurze aber heftige Indianer-Kriegs-Geschichte: Bis Mitte des 19zehnten Jahrhunderts konnte durch mehr oder weniger gerechte Verträge - welche u.a. die Black-Hills zum geschützten Indianergebiet erklärten - eine relativ friedliche Koexistenz beibehalten werden. Mit der Entdeckung von Gold, etc. in den Black Hills, fielen Goldsucher in das Land ein und die Armee war nicht fähig bzw. die Regierung nicht willig die verletzten Verträge zugunsten der Indianer zu verteidigen. So kam es u.a. zur berühmten Schlacht, wo General Custer vernichtend geschlagen wurde. Dies war aber das letzte erfolgreiche Aufbäumen der Indianerstämme in dieser Gegend, und schon bald mussten sie sich in zugewiesene Reservate zurückziehen.
 
 
Erstaunliches ist über die Architektur des einen ehemaligen Offiziershauses zu berichten (siehe Photo): Nord/Süd - Ausrichtung des Gebäudes, breite Terassen auf beide Seiten des Hauses und auf jedem Stockwerk, relativ grosse Fenster. Die Analogien zum Ponte-Projekt sind augenfällig ! 

 

 
In Rapid City, South Dakota, war wieder mal ein regulärer Auto-Service fällig: Für Oelwechsel und diverse Checks brauchte die Garage, die Kwik-Lube heisst, genau 10 Minuten......

Nahe bei Rapid City liegt der "Badlands Nationalpark", welcher durch bizarre Felsformen inmitten von Grasland fasziniert. Man hat dort auch viele Fossilien gefunden. Obwohl wir schon recht Nationalpark "erfahren" sind, haben uns die Badlands doch wiederum fasziniert - besonders die Farbmischung: grau der Felsen und das intensive grün/gelb der Vegeation.
 
 
Wie bereits schon vorher ging die Fahrt auf der Interstate 90 weiter, vorbei an grossen Wiesen und vielen Kühen, mit Tempomat auf 65 und Musik aus dem CD-Player.
 
 
Unterwegs übernachteten wir auf Zeltplätzen und besichtigten, bereits in Minnesota, das "Pipestone National Monument": In diesen Steinbrüchen wird seit Hunderten von Jahren von den Indianern der speckstein-ähnliche Stein gehauen, aus dem die Köpfe für (Friedens-)Pfeifen gemacht werden. (Das Bild zeigt einen Felsen-Kopf in der Nähe der Steinbrüche, welcher für die Indianer heilig war und als Oracle bezeichnet wird. )
 
Unser nächstes Ziel war Willmar, Minnesota, wo vom 9. - 11. Juli 1998 das Sonshine-Festival stattfand - ein grosses, christliches OpenAir mit insgesamt etwa 60 Bands auf 3 Bühnen. Das Durchschnittsalter der rund 8000 Besucher lag bei ca. 16 Jahren - aber auch Oldies wie wir waren begeistert! Rund um die Anlage waren all die kleinen Zelte aufgestellt - eine riesige Zeltstadt! Hauptstars waren dctalk, Audio Adrenaline und Steven Curtis Chapman. Leider wird Michael W. Smith erst nächstes Jahr auftreten....!  
  
Nebst Musik gabs auch Ansprachen von Youth-Pastors, T-Shirts und CD-Stände, Food and Drinks - alles in allem eine Mischung zwischen Vindonissa und Rämismühle! Das Wetter war super; sehr heiss sogar, und nur mit Insektenschutzmittel überlebten wir die vielen Mücken......
 Was die musikalische Qualität anbelangt, waren wir etwas gespalten: einerseits professionelle und ausdruckstarke Bands (v.a. die erwähnten), welche voll "abräumten" und auf der anderen Seite recht viel eintöniger Gitarren-(Hard- oder Punk-)Rock. Wir waren schon ganz zufrieden, wenn eine Band mal einen Bläser dabei hatte. Auf jazzige, bluesige oder mehr ruhige Töne warteten wir umsonst.

Nach dem Anlass fuhren wir nach Minneapolis, um in einem Motel wieder einmal intensiv zu duschen und ruhig zu schlafen..... Und natürlich sahen wir den WM-Final und freuten uns mit Frankreich.

Nur fünf Autominuten entfernt liegt die "American Mall": Ein riesiges Einkaufszentrum, das grösste in den USA mit eingebautem "Disneyland" (23 Bahnen) und Lego-Fantasy-Land, alles unter einem Dach!
 
 
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